"Je höher gebildet, desto sicherer der Job"? so oder so ähnlich lautet eine Faustregel auf dem Arbeitsmarkt. Diplome, Examen und Magister gelten nach wie vor als wirksamster Abwehrzauber gegen Arbeitslosigkeit. Charlotte Lauer, Wirtschaftsforscherin aus Mannheim, kommt in einer neuen Studie jedoch zu einem anderen Ergebnis: Wer praxisnah ausgebildet ist, sitzt fester im Sattel als mit akademischem Abschluss.
Damit wird der akademische Grad jedoch keineswegs zum Jodeldiplom. Man muss nur differenzieren: Das Risiko seinen Job zu verlieren, fällt geringer aus, wenn man eine praktische Ausbildung - vor allem einen Meisterabschluss - in der Tasche hat. Wer allerdings schon arbeitslos ist, hat größere Chancen einen Job zu finden, wenn er einen Hochschulabschluss erworben hat. Ein Akademiker verliert eher seine Arbeitsstelle als ein Fachwirt oder Meister, findet aber auch schneller eine neue Stelle. Aufs Ganze gesehen ergibt das eine ungefähr gleiche Arbeitslosenquote bei beiden Ausbildungszweigen. Die Chancenlage an den Hochschulen bestätigt diese Ergebnisse: Je praxisnaher der Studiengang war, desto sattelfester sitzt man später im Job. Schon Fachhochschüler haben bessere Chancen als ihre Kommilitonen von der Universität. An der Uni selbst liegen, was Jobsicherheit betrifft, die BWLer, Informatiker und Naturwissenschaftler vorn. Geisteswissenschaften und exotische Studiengänge (wie Assyrologie etc.) stehen eher bescheiden dar.
Für alle, die sich bilden und ausbilden, gilt jedoch: Wer gar keinen Abschluss hat, hat die schlechtesten Karten.
Wer übrigens glaubt, das WWW sei die Methode um einfach und schnell einen Job zu finden, der irrt. Eine ebenfalls neue Studie aus den Vereinigten Staaten hat eher das Gegenteil bewiesen. Noch vor fünf Jahren konnte man seine Chancen per Internetsuche erhöhen, seit drei Jahren sinken die Chancen kontinuierlich. Diese Entwicklung hängt eng mit der Entwicklung des Internet zusammen: Aus dem Spezialistenmedium ist ein Massenmedium geworden, was auf dem Bewerbungsmarkt zu einem Quantitäts- und Qualitätsproblem geführt hat.
Und wieder einmal, so sind sich die Forscher einig, ist das ein oder andere "Vitamin B" von entscheidender Bedeutung.