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Mantel
Bezeichnung für die eigentliche Wertpapierurkunde, wie diese auf Abbildungen üblicherweise gern gezeigt wird. Der Mantel verbrieft das Forderungs- oder Anteilsrecht. Zum Mantel gehört in der Regel jedoch auch der Bogen mit den Kupons und dem Erneuerungsschein. Nur beide zusammen sind verkäuflich.
Marge
Im Wertpapiergeschäft stellt die Marge den Verdienst der Bank dar.
Margin
Sicherheitsleistung, die zur Risikoabsicherung einer Terminposition von dem Käufer und Verkäufer zu stellen ist.
Market-Maker
Professioneller Börsenhändler, der größere Mengen von Wertpapieren auf eigene Rechnung kauft und verkauft.
Marketing
Konzept der Unternehmensführung um die Unternehmensziele im Vertriebsbereich zu verwirklichen. Dieser Begriff wurde nach dem Kriege aus dem Amerikanischen übernommen und ist wohl einheitlich nicht zu übersetzen.
Marktgängigkeit von Wertpapieren
Wertpapiere, die hohe Tagesumsätze aufzuweisen haben.
Materialknappheit
Börsenüblicher Ausdruck für eine Marktlage, bei der die Nachfrage nach Wertpapieren größer ist als das Angebot.
Mehrheitsaktionär
Bezeichnung für einen Aktionär, der mindestens 50% des Aktienkapitals einer Aktiengesellschaft besitzt.
Minderheitsaktionär
Bezeichnung für einen Aktionär oder eine Aktionärsgruppe, deren Aktienbesitz ausreicht, um Minderheitsrechte in Anspruch nehmen zu können.
Mindestnennbetrag
Der Mindestnennbetrag beträgt in der Bundesrepublik bei Aktien 50,- DM.
Mindestreserve der Banken
Kraft Gesetzes müssen alle Geschäftsbanken bei den Landeszentralbanken Einlagen in einer bestimmten Höhe unterhalten. Mit dieser gesetzlichen Möglichkeit steuert die Bundesbank u.a. die Geldpolitik in der Bundesrepublik. Wird die Mindestreserve erhöht, haben die Banken weniger Geld für Kredite zur Verfügung. Umgekehrt, werden die Sätze herabgesetzt, dann haben die Banken mehr Geld für Ausleihungen zur Verfügung. Solche Maßnahmen werden an der Börse aufmerksam beobachtet und haben in der Regel starken Einfluß auf die Kurse. Zur Erläuterung: In jedem Bundesland existiert eine Landeszentralbank, die unmittelbar der Bundesbank untersteht.
Minuszeichen
Aktuelle Wertpapierkurse von Aktien, die gegenüber dem Vortagskurs beträchlich nach unten abweichen, werden auf der Anzeigentafel mit einem besonderen Hinweis versehen. Bei einer Abweichung von 5% - 10% mit einem Minuszeichen, von mehr als 10% bis 20% mit zwei und bei einer Abweichung von über 20% mit drei Minuszeichen.
Momentum
Indikator, der sowohl für Einzelwerte als auch für Märkte und Währungen verwendet wird. Aufgrund einer Chartanalyse sollen durch das "Momentum" Auftriebskräfte als auch Schwächen des untersuchten Wertes erkennbar werden.
Monopol
Bezeichnet eine Marktform, bei der Angebot oder Nachfrage in einer Hand vereint sind. Im privatwirtschaftlichen Bereich werden in den modernen Marktwirtschaften Monopolbildungen scharf beobachtet und gegebenenfalls unterbunden.
Montanwerte
Bestimmte Aktien von Unternehmen werden als Montanwerte bezeichnet. Dieses sind Aktien des Bergbaus, der Eisen und Stahlerzeugenden Industrie, die in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt werden.
Mündelsichere Papiere
Im BGB festgelegte Wertpapiere, die als besonders risikolos und wertbeständig erachtet werden.
Nachbörse
Wertpapiergeschäfte, die nach Börsenschluß unter Banken abgewickelt werden.
Nachgebend
Bezeichnung für eine Marktlage an der Börse mit rückläufigen Börsenkursen.
Namensaktie
Namensaktien werden ins Aktienbuch der AG mit den Personaldaten des Eigentümers eingetragen. Namensaktien sind Orderpapiere, d. h der Vorstand der AG kann eine eventuelle Eigentümerveränderung nur zur Kenntnis nehmen, er kann keine Genehmigung oder Ablehnung erteilen.
Nebenwerte
Bezeichnung für Aktien kleinerer Aktiengesellschaften.
Nennwert
Geldbetrag, der auf Wertpapieren aufgedruckt ist.
Nennwertloses Wertpapier
Auch Anteilsaktie oder Quotenaktie genannt. Eine Quotenaktie ist ein Wertpapier, das nicht auf einen bestimmten Nennwert lautet, sondern auf einen Bruchteil eines Vermögens.
In Deutschland ist die Ausgabe von Quotenaktien, also von nennwertlosen Wertpapieren in Aktien gem. § 8 Aktiengesetz nicht zulässig; in den USA ist es dagegen der Normaltyp. Aktien dieser Art lauten auf einen bestimmten Anteil, z. B. 1/36.000 am Reinvermögen einer Aktiengesellschaft.
Nettodividende
Dividende abzüglich Kapitalertragsteuer.
Nichtveranlagungs-Bescheinigung
Wer aufgrund geringer Einkommen diese nicht versteuern muß, kann beim Finanzamt eine Freistellungsbescheinigung beantragen. Dann werden die 25%ige Kapitalertragsteuer und das Körperschaftssteuerguthaben mit der Dividende ausgezahlt.
Notenbank
Zentralbank einer Volkswirtschaft.
Notierung
Börsenübliche Bezeichnung für den festgesetzten Kurs eines Wertpapiers.
Nullkuponpapier
Börsengängige Bezeichnung für abgezinste Anleihestücke.
Numismatiker
Mit Numismatiker bezeichnet man Personen, die etwas von Münzen verstehen, die Münzen sammeln und mit ihnen handeln.
Nummernkonto
Konto, welches nicht unter dem Namen und der Anschrift des Kunden, sondern lediglich unter der Kontonummer geführt wird. Die Verbindung zwischen Kontonummer und Kontoinhaber ist nur einem beschränkten Kreis leitender Mitarbeiter einer Bank bekannt. Nummernkonten haben in der Schweiz, in Luxemburg und in Östereich eine große Bedeutung.
Obligation
Andere Bezeichnung für "Schuldverschreibung" (siehe dort). OPTION Auf die Börse und den Wertpapierhandel bezogen wird die Bezeichnung "Option" stets verbunden mit dem Recht eines Inhabers dieser Option, innerhalb eines festgelegten Zeitraumes, zu einem vorher festgelegten Preis ein Handelsgut zu erwerben; z. B. eine Aktie. Für dieses Recht wird in aller Regel ein Preis zu zahlen sein, der sogenannte Optionspreis.
Optionsanleihe
Bezeichnung für besondere Anleihen, die von Aktiengesellschaften ausgegeben werden. Zu bestimmten Konditionen hat der Käufer das Recht, Aktien des Unternehmens zu beziehen.
Optionspreis
Preis, der von dem Erwerber einer Option an den Verkäufer zu entrichten ist.
Optionsscheine
sind Wertpapiere, die ein Recht verbriefen, innerhalb eines festgelegten Zeitraumes dieses Recht ausüben zu können.
Zum Beispiel: Ein Recht auf Bezug von Aktien oder von anderen Wirtschaftsgütern. Für dieses Recht (Option) muß eine Prämie bezahlt werden, der Optionspreis. Börsenfähige Optionsscheine werden an der Börse gehandelt und notiert. Der Kurs wird täglich festgestellt.
Pacierung
Banken- und börsenüblicher Ausdruck, der die endgültige Unterbringung von Wertpapieren durch ein Bankenkonsortium beschreibt.
Pakethandel
Handel einer größeren Menge von Wertpapieren.
Pari
Nennwert und Kurs des Wertpapiers stimmen überein.
Pari-Emission
Wertpapieremission (Erstausgabe von Wertpapieren), bei der der Ausgabekurs mit dem Nennwert übereinstimmt.
Parikurs
Wenn der gehandelte Kurs eines Wertpapiers genau mit dem Nennwert übereinstimmt, bezeichnet man dieses mit "Parikurs".
Parkinson-Gesetz
Die Anwendung dieses Hinweises soll zum Ausdruck bringen, daß der bürokratische Aufwand in einer Büroverwaltung dazu neigt, zum Selbstzweck zu werden, und zwar unabhängig davon, ob Arbeit und Aufgaben zunehmen. Der englische Soziologe Parkinson hat über dieses Phänomen einige sehr humorvolle Bücher geschrieben.
Performance
Darstellungsform, die über die Wertentwicklung bzw. den Wertzuwachs von Kapitalanlagen Aufschluß gibt. Die übliche Darstellungsform einer Performance erfolgt durch Zahlenkolonnen oder in Charts.
Pfandbriefe
Anleihen, die von privaten Hypothekenbanken, von öffentlich- rechtlichen Kredtitanstalten sowie Schiffspfandbriefbanken ausgegeben werden. Für die Ausgabe und Deckung der Pfandbriefe bestehen strenge gesetzliche Vorschriften.
Pluszeichen
Wie beim Minuszeichen werden erhebliche Kurssteigerungen vom Vortagskurs an der Wertpapierbörse auch durch Pluszeichen kenntlich gemacht. Bei Aktien wird ein Kurssprung von mehr als 5% bis 10% durch ein Pluszeichen, von mehr als 10% bis 20% durch zwei Pluszeichen und von über 20% durch ein dreifaches Pluszeichen angezeigt.
Police
Bezeichnung für einen Versicherungsschein.
Portefeuille
Übliche Bezeichnung für den Gesamtbestand von Anlagewerten in einem Depot.
Portefeuille, auch Portfolio genannt
Bestand, Gesamtheit der Anlagen in Wertpapieren. Bei Immobilienfonds: Bestand der Anlagewerte.
Preisindex
Index, der die Entwicklung der Preise ausdrückt.
Prime Rate
Vorzugs-Kredit-Zinssatz der in den USA den erstklassigen Kreditnehmern angeboten wird.
Prolongation
Vertragsverlängerung.
Prospekt
In Banken- und Börsenkreisen versteht man unter Börsenprospekt eine kurze Veröffentlichung über ein neuausgebenes Wertpapier, welches die wichtigsten Angaben über die Gesellschaft und die Ausgabebedingungen enthält. Der Prospekt muß in einer Zeitung bzw. im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.
Provision
Die Vergütungen für die erfolgreiche Vermittlung von Dienstleistungen werden als Provisionen bezeichnet.
Prämiensparen
Bei dieser Sparform erhält der Sparer bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen eine Prämie. Diese Prämie wird zusätzlich zu den üblichen Zinsen gezahlt.Prämiensparformen gibt es etliche. Auch Geschäftsbanken bieten diese Sparform an.
Präsenzbörse
Börsenübliche Bezeichnung für die Börse, wie wir sie kennen; lebendig, voller Leben, präsentiert von diversen Leuten, die den Geschäftsablauf auf den Sitzungen sicherstellen. Dagegen steht in Zukunft wohl die Computerbörse, die man einzurichten gedenkt.
Publikumsgesellschaft
Aktiengesellschaft, deren Aktien breit gestreut sind.
Put Option
Eine Put Option berechtigt den Inhaber, eine bestimmte Menge eines Handelobjektes zu einem vereinbarten Kurs oder Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraumes oder zu einem vereinbarten festen Zeitpunktes zu verkaufen. Für dieses Recht zahlt der Erwerber der Option dem Verkäufer eine Prämie.
Quartalsbericht
Zwischenbericht einer Aktiengesellschaft, den diese vierteljährlich erstellt.
Quellenabzugs-Verfahren
Steuererhebungsform, bei der der Steuerabzug direkt an der Quelle erfolgt. Im Wertpapierbereich von großer Bedeutung, da viele Erträge aus Gewinnanteilen (Dividenden), z. B. die fällige Kapitalertragsteuer, so erhoben werden. Der an der Quelle einbehaltene Betrag muß von dem Kreditinstitutdirekt an das Finanzamt abgeführt werden.
Rationiert
Besteht für ein Wertpapier so große Nachfrage, daß das Angebot nicht ausreicht, so wird es zugeteilt (rationiert).
Realkapital
Geldmittel, die in Anlagen, Gebäuden und Grundstücken einer Unternehmung stecken.
Realkreditinstitute
Bezeichnung für private und öffentliche Kreditinstitute (Hypothekenbanken), die berechtigt sind, Finanzierungsgeschäfte mit Immobilien zu betreiben.
Realkreditinstitute unterliegen der Bankenaufsicht des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen und sind berechtigt, Pfandbriefe und Kommunalobligationen auszugeben. Diese festverzinslichen Wertpapiere werden am Kapitalmarkt als risikoarm und sehr sicher bewertet.
Rechnungseinheiten (RE)
Es gibt bei der Abwicklung außenwirtschaftlicher Geschäfte verschiedene Verrechnungsverfahren über Rechnungseinheiten. Eine bekannte Rechnungseinheit ist z. B. die ECU.
Reiseschecks
Schecks, die auf feste Beträge lauten und gesondert gesichert sind. Reiseschecks kommen allmählich aus der Mode, da es durch das Scheckkartensystem zunehmend andere, bequemere Möglichkeiten gibt, sich seinen Geldbedarf auf einer Reise sicherzustellen.
Rektaklausel
Vermerk auf einem Wertpapier, der die Übertragung auf eine andere Person verbietet.
Relative Schwäche
Kennziffer, die aufgrund einer betriebswirtschaftlichen Analyse ermittelt wurde und etwas über die "relative Schwäche" eines Wertpapiers zum Gesamtmarkt oder zu vergleichbaren Unternehmen aussagen soll.
Relative Stärke
Kennziffer, die die "relative Stärke" eines Wertpapiers aufzeigen soll (siehe " relative Schwäche").
Rendite
Jährlicher Ertrag in v. H. des investierten Kapitals.
Rentabilität
Gewinnverhältnis einer Unternehmung zum eingesetzten Kapital in einem Rechnungszeitraum.
Renten
An der Börse allgemeine Bezeichnung für festverzinsliche Wertpapiere.
Rentenfonds
Investmentfonds, dessen Portefeuille (Bestand an Wertpapieren) ganz oder überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren (Rentenwerten) besteht.Rentenpapiere sind z. B.: Anleihen, Kommunalobligationen, Pfandbriefe, Schuldverschreibungen der Realkreditinstitute, Industrieobligationen, Rentenpapiere, Rentenwerte. Die regelmäßig gleichbleibenden Zinsen kommen einer Rente gleich.
Rentenmarkt
Bezeichnung für den Kapitalmarkt, der sich ausschließlich mit dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren beschäftigt.
Repartierung
Im Börsenhandel der Ausdruck für die Zuteilung von Wertpapieren.
Restantenliste
Hin und wieder findet man im Wirtschaftsteil von Zeitungen, im Bundesanzeiger oder in Börsenzeitschriften Tabellen mit Nummern, Zahlenreihen, Fälligkeitsdaten und der Überschrift "Restantenliste". Es handelt sich hierbei um die Veröffentlichung einer Tabelle mit Nummern restlicher Anleihestücke, die schon zur Einlösung fällig waren.
Aussteller von Anleihen oder deren Beauftragte - in der Regel Banken - sind zu solchen Veröffentlichungen einmal im Jahr gesetzlich verpflichtet. Die Nennbeträge von nicht eingelösten Anleihestücken verjähren nach 30 Jahren. Die Verjährungsfrist für den Gegenwert der Zinsscheine beträgt 4 Jahre.
Rex
Deutscher Rentenindex. Dieser Index soll ab Sommer 1991 für die Bewertung des deutschen Rentenmarktes als neuer Index bereitstehen. Ebenso wie der DAX wird auch der REX von der Frankfurter Wertpapierbörse minütlich berechnet werden. Er soll 30 Anleihen enthalten mit zehn verschiedenen Laufzeitklassen und drei Kuponklassen.
Risikostreuung bei Investmentfonds
Risikostreuung ist das Grundprinzip der Investmentidee - Die in jeder Kapitalanlage beinhalteten Risiken durch eine Streuung des Anlagekapitals zu minimieren. Völlig ausschalten lassen sich Risiken nicht.Bei Wertpapierfonds lassen sich vier Ebenen der Risikostreuung unterscheidendie Mischung verschiedener Wertpapierarten
Die Verteilung des Fondsvermögen auf möglichst viele verschiedene Aktien- u./o. Rentenemittenten
Branchenstreuung
Streuung nach Ländern und Währungen bei international anlegenden Fonds Bei Immobilienfonds gibt es zwei Möglichkeiten der Risikostreuungnach der Nutzungsart der Anlahgeobjekte: Mietwohn-, Gewerbeobjekte nach dem Standort der Objekte, evtl. auch international Über Art und Umfang der Streuung gibt der Rechenschaftsbericht Auskunft. Das "Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG)" erzwingt gesetzlich eine gewisse Risikostreuung deutscher Fonds.
Rücknahmepreis
Preis, zu welchem eine Investmentgesellschaft ihre ausgegebenen Zertifikate zurücknimmt.