Allergien sind keine Bagatell-Erkrankung

Alle Jahre wieder: Die Augen jucken, sind gerötet und tränen, in Nase und Rachenraum kribbelt es und schließlich schwellen die Schleimhäute an. Durch die verstärkte Produktion von Nasensekret sollen die lästigen Pollen aus der Nase gespült werden. Die Nase läuft und es kommt zu heftigen Niesattacken.Es ist wieder Heuschnupfenzeit. Jeder sechste Bundesbürger leidet unter Heuschnupfen und sieht dem Sommer vermutlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Zudem zeichnet sich ab, dass der Pollenflug jedes Jahr ein bisschen früher beginnt. Die Saison für Pollenallergiker startet mittlerweile schon zwischen Februar und März. Die ersten Pollen bringen Sträucher und Bäume, wie Hasel, Erle, gefolgt von Birke und Buche. Im Mai geht es dann mit den Gräsern weiter, die bis Anfang August blühen. Im Juni sind es vor allem Roggen, Wegerich und Beifuß, die Heuschnupfen-Geplagte quälen.

Je nach Art der Zählung sind in Deutschland laut Statistik bis zu 24 Prozent aller Erwachsenen betroffen - und die Zahl der Betroffenen steigt. Viele jedoch nehmen ihre Erkrankung nicht so ernst und setzen verstärkt auf Selbstmedikation. Schließlich kann man sich so die Praxisgebühr sparen. Experten warnen jedoch davor, ohne eine umfassende Diagnostik auf Sprays, Augen-, Nasentropfen und Heuschnupfenmittel in Tablettenform zurückzugreifen. Viele 'Selbstbehandler' entscheiden sich zudem aus Sparsamkeit für ältere und billigere Präparate und nicht für "Antihistaminika" der neuesten Generation, welche eine bessere Wirksamkeit erreichen. Experten raten daher grundsätzlich die Behandlung in jedem Fall in die Hände eines Facharztes zu legen.

Durch eine exakte Diagnostik und eine adäquate Therapie kann heute fast jedem geholfen werden. Die beste Therapieform stellt nach Meinung der Experten die Hyposensibilisierung dar, bei der die Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg die Allergie-auslösenden Stoffe in anfangs geringer, dann stetig steigender Dosis verabreicht bekommen. Das Immunsystem soll sich auf diese Weise allmählich an die Allergene gewöhnen. Besonders für Patienten mit ausgeprägten Beschwerden bietet sich diese Therapie an.