Eine aktuelle Studie von Allianz Private Krankenversicherung, F.A.Z.-Institut und Mummert Consulting auf Basis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutsforsa besagt, dass die Mehrheit der Deutschen bereit ist, den Hausarzt als erste Anlaufstelle bei Krankheiten zu akzeptieren – und Fachärzte erst nach einer Überweisung aufzusuchen.
Besonders in einkommensschwächeren Schichten ist die Bereitschaft hoch, beiKrankheiten den Umweg über den Hausarzt zu nehmen oder andere Auflagen der Krankenkassen zu erfüllen.
In der Gruppe mit einem monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 2.000 Euro akzeptieren mehr als drei Viertel der Versicherten den Hausarzt als „Gatekeeper“.Bei einem Verdienst von mehr als 3.000 Euro im Monat ist es dagegen nur nochgut die Hälfte.
Mit 72 Prozent aller Befragten erklären sich darüber hinaus weit mehr Versicherte als vermutet einverstanden, einen Teil der Kosten für Medikamente selbst zu tragen. Fast genauso viele können sich eine Selbstbeteiligung an einzelnen allgemeinenmedizinischen Leistungen vorstellen.
Auch Auflagen der Krankenversicherungen stoßen auf weit weniger Ablehnung, als es den Anschein hat. So sind im Schnitt aller Befragten sieben von zehn Bürgern bereit, bei Krankheiten zunächst den Hausarzt um Rat zu fragen, statt direkt den Facharzt aufzusuchen.
Bei Versicherten mit einem Einkommen von mehr als 3.500 Euro sind es nur noch 57 Prozent. Immerhin ein gutes Drittel sähe es ein, sich prinzipiell an allen medizinischen Leistungen mit einem Anteil aus eigener Tasche zu beteiligen, um im Gegenzug von sinkenden oder zumindest stabilen Krankenkassenbeiträgen zu profitieren.
85 Prozent aller Befragten sind ferner bereit, regelmäßig an Präventions- und gesundheitsfördernden Maßnahmen teilzunehmen. Hier liegt die Quote der Zustimmung unter den Geringverdienern mit 90 Prozent höher als im allgemeinen Durchschnitt.
„Besserverdiener“ mit einem Monatseinkommen ab 3.000 Euro netto sind in allen Kategorien – ob Medikamente oder generelle Eigenanteile – bereit, tiefer in die eigene Tasche zu greifen.