Medienkonsum macht Kinder dick, dumm, krank und traurig

Nicht wirklich neu, aber dennoch erschütternd ist die Erkenntnis, dass viele Kinder in Deutschland zu viel Zeit vor Fernsehen, Computer und Playstation verbringen und dadurch – nach neuesten Formulierungen –  ’dick, dumm, krank und traurig’ werden. Die vielen Stunden mit Playstation und Co. sorgen auch schlechte Noten in der Schule.

 

Neue Erklärungen für das ‚Nord-Süd-Gefälle’ in der Pisa-Studie lassen sich laut den Experten des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) auch auf den unterschiedlichen Medienkonsum der Schüler zurückführen. Während in Dortmund mehr als die Hälfte der Kinder im eigenen Zimmer fernsieht, ist es in München nur rund ein Fünftel. Auch das unterschiedliche Abschneiden von Mädchen und Jungen ließe sich so erklären. Während nur etwa jedes dritte Mädchen einen Fernseher auf dem Zimmer hat, besitzt fast jeder zweite Junge ein eigenes Gerät. Nur knapp 16 Prozent der Mädchen widmen sich regelmäßig einer Spielkonsole, bei den Jungen sind es rund 40 Prozent.

 

Das Fazit der Experten: Die Noten der Schüler sind umso schlechter, je mehr Zeit sie vor dem Fernseher oder der Playstation verbringen. Im umgekehrten Falle müsste es demnach bedeuten, je weniger Zeit die Schüler vor dem Bildschirm verbringen, desto besser werden ihre Noten.

 

Hier also ein paar Experten-Tipps, damit Ihr Kind nicht in die ‚Dick-und-Dumm-Falle’ tappt:

 

Sorgen Sie im Alltag Ihres Kindes für genügend Alternativen zum Medienkonsum (Freunde treffen, Sport treiben etc.). Fördern Sie verstärkt außermediale Erfahrungs- und Erlebnismöglichkeiten.
Seien Sie ein Vorbild im Umgang mit den Medien.
Machen Sie sich gemeinsam mit Ihren Kindern mit der technischen Handhabung und Anwendung von Medien vertraut. Zeigen Sie Bereitschaft, von Ihren Kindern zu lernen!
Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch, und zeigen Sie stets Interesse für ihr Freizeitverhalten.
Stellen Sie Regeln für den Umgang mit den Medien auf (zeitlich und inhaltlich) und achten Sie auf deren Einhaltung.
Beachten Sie die für Video-/ DVD-Filme und PC-Spiele vorgeschriebene Alterskennzeichnung.
Treffen Sie nach den oben genannten Kriterien – mit Ihren Kindern – eine gemeinsame Medien-Auswahl (z. B. Computer- oder Computerspielprogramm).
Spielen Sie mit Ihren Kindern öfter gemeinsam, auch am Computer.
Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Medienmarkt.
Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus.

 

09/05