Worauf soll man bei einer Krankenkasse achten?
Grundsätzlich ist der Leistungsumfang bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Allerdings erhalten die Kassen durch die Gesundheitsreform größere Gestaltungs-Spielräume, ihren Leistungskatalog zu optimieren.
So kann jede Kasse künftig Direktverträge mit Ärzten, Krankenhäusern oder medizinischen Versorgungszentren über neue Behandlungsformen abschließen. So soll ein größerer Wettbewerb um die höchste Qualität der Leistungen stattfinden.
Neu sind auch die angebotenen Bonusprogramme der Krankenkassen. Hierdurch können gesetzlich Versicherte Kosten sparen. Es lohnt sich einzelne Angebote gut zu vergleichen. Unabhängige Verbraucherzentralen oder Stiftung Warentest können bei der Orientierung helfen.
Wie kann man künftig bei seiner gesetzlichen Krankenkasse Geld sparen?
Durch individuelle Bonusprogramme können die Krankenkassen ihre Versicherten dabei unterstützen, ein gesundheits- und kostenbewusstes Verhalten zu entwickeln.
Die regelmäßige Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungs-Untersuchungen oder an qualitätsgesicherten Präventionsprogrammen, soll sich für den Versicherten – auch finanziell – lohnen.
Auch wer an einem Hausarztsystem oder einem Chronikerprogramm teilnimmt, kann mit einem (finanziellen) Bonus rechnen. Ein Vergleich lohnt sich, finden Sie heraus, welches Angebot Ihren persönlichen Bedürfnissen am nächsten kommt.
Welche Bonusregelungen kann eine gesetzliche Krankenkasse anbieten?
Die Bonusprogramme können von den Krankenkassen individuell zusammengestellt werden. Das Ziel ist dabei jedoch immer das selbe: Es sollen finanzielle Anreize geschaffen werden, um die Versicherten zu einem gesundheits- und kostenbewussten Verhalten zu motivieren.
Die Bandbreite reicht dabei von Ermäßigungen bei Zuzahlungen bis hin zu niedrigeren Beiträgen oder Modellen mit Beitragsrückerstattung. Arbeitgeber können ebenfalls einen finanziellen Bonus erhalten, wenn sie in ihren Unternehmen eine betriebliche Gesundheitsförderung anbieten. Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Angebote am besten auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind.
Wann lohnt es sich, eine gesetzliche Krankenkasse zu wechseln?
Durch den größeren Spielraum in der Ausgestaltung von Bonusprogrammen können sich durchaus entscheidende Abweichungen ergeben. Überprüfen Sie bei einem Wechsel daher gut, welche Vorteile andere Kassen Ihnen bieten. Überprüfen Sie, welche Anreize zu Ihrer persönlichen Situation besonders gut passen.
Entscheidend sollte nicht nur der Beitragssatz sein, sondern auch eine gute Beratung, hohe Erreichbarkeit und geeignete Versorgungsangebote oder Bonusprogramme sowie gute Leistungen. Achten Sie auch auf so genannte "Sonderleistungen".
Wie wechselt man innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen?
Grundsätzlich hat jeder gesetzlich Versicherte das Recht, seine Krankenkasse zu wechseln. Keine gesetzliche Krankenkasse darf Ihnen die Mitgliedschaft verwehren.
Nach einer Kündigung ist ein Wechsel zum Ende des übernächsten Monats möglich. Zur Anmeldung ist die Kündigungsbestätigung der alten Krankenkasse bei der neuen Krankenkasse einzureichen. An die Wahl einer Krankenkasse sind gesetzlich Versicherte mindestens 18 Monate lang gebunden.
Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn die Krankenkasse den Beitragssatz erhöht. Dazu ist eine Kündigung innerhalb von zwei Monaten nach Inkrafttreten der Beitragserhöhung erforderlich.
Achtung: Eine Kündigung gilt erst, wenn eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse vorliegt.
Was ändert sich für freiwillig Versicherte?
Bei freiwillig Versicherten nutzen die gesetzlichen Krankenkassen ihre erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten des Leistungskatalogs am deutlichsten. So können die Kassen freiwillig Versicherten eine Beitragsrückgewähr einräumen, wenn sie nicht zu oft medizinische Leistungen in Anspruch genommen haben.
Möglich ist auch eine generelle Beitragsminderung mit Selbstbehalt. In diesen Fällen bezahlt der freiwillig Versicherte die Behandlungskosten zu einem festgelegten Eigenanteil selbst, hat dafür aber einen niedrigeren Monatsbeitrag. Detailinformationen bietet jede Krankenkasse an.
Was passiert ab 2004 mit bestehenden privaten Zusatzversicherungen?
Private Zusatzversicherungen, die über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, sind von den Umstellungen durch die Gesundheitsreform nicht betroffen.
Wie sollen die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen reduziert werden?
Das wichtigste ist, dass die Verwaltungskosten einer Krankenkasse im Rahmen der Gesundheitsreform gedeckelt sind.
Durch die Gesundheitsreform werden die Verwaltungskosten pro Mitglied eingefroren, wenn sie mehr als zehn Prozent über dem Durchschnitt liegen (im Jahr 2002 lagen die Verwaltungskosten pro Mitglied bei durchschnittlich 157 Euro).