... durch Transparenz bei Leistungen und Kosten
Mit dem Anspruch auf eine Patientenquittung können Patienten jetzt unmittelbar nachvollziehen, welche Leistungen ein Arzt zu welchen Preisen mit der Krankenkasse abrechnet. Das schafft Kostensensibilität und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt.
...durch bessere Informationen
Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (voraussichtlich ab 2006) bekommen Patienten ihre Gesundheitsdaten selbst in die Hand. Ein besserer Überblick soll dazu beitragen, Doppelbehandlungen und Medikamenten Unverträglichkeiten zu vermeiden. Der Patient entscheidet selber darüber, wer auf seine Behandlungsakten zugreifen darf, damit eine Behandlung möglichst koordiniert und mit größtmöglichem Erfolg ablaufen kann.
Krankenkassen, Krankenhäuser und Ärzte werden ein gemeinsames, staatsunabhängiges Institut gründen: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit. Mit dem neuen Institut soll Patienten und Ärzten eine neue und vor allem qualitätsgesicherte Informationsquelle zur Verfügung stehen, die ihnen hilft, ärztliche und therapeutische Entscheidungen zu verstehen und richtig zu interpretieren. Das Institut arbeitet als wissenschaftlicher Service des Gesundheitswesens. Es untersucht Arzneimittel auf ihren Nutzen und bewertet sie - immer nach dem jeweiligen aktuellen Stand in der Wissenschaft. Auch Therapien, Operationsverfahren und Behandlungsempfehlungen bei bestimmten Krankheiten (Leitlinien) werden hier bewertet. Verständlichkeit gilt hier als oberste Prämisse. Die Patienten sollen sich nicht durch einen unverständlichen Mediziner-Fach-Jargon kämpfen müssen.
...durch Eigenverantwortung
Patienten sollen ihre Mitverantwortung durch handfeste Vorteile honoriert bekommen. Hierfür sollen die neuen Bonusprogramme der Krankenkassen sorgen. Zudem bringen sie eine stärkere Wettbewerbsdynamik in die Landschaft der gesetzlichen Krankenkassen.
Wer regelmäßig an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen oder an Präventionsprogrammen teilnimmt, wer sich in ein Hausarztsystem, ein Chronikerprogramm oder eine integrierte Versorgung einschreibt, der profitiert. Die Kassen können dann Ermäßigungen bei Zuzahlungen, Praxisgebühr oder sogar bei den Beiträgen einräumen.
Fazit: Patienten sollen zu beteiligten Partnern am Behandlungsgeschehen werden
Durch mehr Transparenz und einem verbesserten Verständnis des Behandlungsgeschehens, bekommt das Patienteninteresse ein stärkeres Gewicht.
Darüber hinaus sollen Patienteninteressen auch auf der politischen Ebene stärker berücksichtigt werden. Bei wichtigen Entscheidungen im Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern erhalten die Patientenverbände ein Mitspracherecht. Ein eigens eingesetzter, unabhängiger Patientenbeauftragter soll auf Bundesebene die Patienteninteressen stärker zur Geltung bringen.