Trauriger Meilenstein: Dieses Jahr wird es erstmals mehr Privat- als Firmeninsolvenzen geben. Der Grund: Hohe Arbeitslosigkeit und die Überschuldung der Privathaushalte. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden rund 40.000 Privathaushalte laut Angaben des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) in diesem Jahr eine Privatinsolvenz anmelden müssen. Die Zahl der Firmeninsolvenzen hingegen wird voraussichtlich bei rund 37.800 liegen.
Neue Chance für Betroffene: Überschuldete Haushalte müssen dank des neuen Insolvenzrechts nicht mehr 30 Jahre lang mit einer Zwangsvollstreckung rechnen. Beim Privatinsolvenzverfahren kann man sich nun binnen sechs Jahren entschulden. Die Betroffenen können im Rahmen eines Verbraucherinsolvenzverfahrens durch eine sechsjährige "Wohlverhaltensphase" von ihren angehäuften Schulden befreit werden. Und das auch gegen den Willen der Gläubiger. Das Ziel soll sein, den Verschuldeten einen wirtschaftlichen Neuanfang zu ermöglichen.
Kritische Stimmen befürchten eine Verstärkung des Insolvenztrends, da es ihrer Meinung nach den Betroffenen zu einfach gemacht werde sich von den angehäuften Schulden zu befreien.