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Warum wird die Rentenreform durchgeführt?
Das Rentensystem in der Bundesrepublik Deutschland ist seit Jahren überlastet. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen und daher steigenden Einnahmen in die Renten-Versicherungskasse können mit dem bestehenden System die zukünftigen Renten nicht finanziert werden. Es gibt immer weniger Beitragszahler, die eine steigende Anzahl Rentenempfänger finanzieren sollen. Dieser Missstand soll durch eine Reform des Rentensystems behoben werde. Dabei erwartet die Bundesregierung von den Bürgern ein hohes Maß an Eigenverantwortung und finanzieller Eigenbeteiligung.
Wird die Rente in der Zukunft stabil sein?
Die Rente ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs sicher und von Stabilität sollte man auch nicht sprechen. Durch die Rentenreform ist eine größere Sicherheit zu erwarten. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden in Zukunft nicht so stark wie bisher steigen. Gleichzeitig fördert der Staat eine private Zusatzversicherung durch direkte Zuschüsse und Steuerrabatte. Die staatliche und die private Rente sollen in Kombination zu einer Stabilisierung der Rente führen.
Was bedeutet das sogenannte Eck- oder Standard-Rentenniveau?
Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis zwischen dem letzten Einkommen und der Rente. Dabei ist zu beachten, dass häufig von einem Rentenniveau von 67% gesprochen wird. Der jeweilige Rentenanspruch ergibt sich aus den eingezahlten Beiträgen und anderen Faktoren. Dies kann für den Einzelfall bedeuten, dass der Rentenanspruch deutlich unter dem Rentenniveau von 67% liegen kann. Lassen Sie sich einen Rentenverlaufsplan von der Bundesversicherungsanstalt oder einer der Landesversicherungsanstalten erstellen. Bundesversicherungsanstalt: http://www.bundesversicherungsanstalt.de Landesversicherungsanstalten: http://www.lva.de
Schützt die Rente vor Armut im Alter?
In der jetzigen Situation schützt die Rente nicht vor Altersarmut. Dies liegt daran, dass es keine Verpflichtung zur privaten Vorsorge gibt. Die gesetzliche Rentenversicherung wird in keinem Fall ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Die Falle Altersarmut kann besonders bei denjenigen Menschen hart zuschlagen, die durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit bedingt zu wenige Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Auch Selbstständige sind hier gefährdet, wenn nicht private Vorsorge betrieben wird. Die ausreichende persönliche Absicherung sollte daher das Ziel jedes Bürgers sein. Zum einen aus persönlichem Interesse und auch aus der Verantwortung der Gemeinschaft gegenüber sollte eine ausreichende Altersvorsorge selbstverständlich sein.
Wie viel Geld erhält der Rentner von morgen?
Die regelmäßigen Rentensteigerungen sollen der Lohnentwicklung entsprechen. Laut Bundesregierung soll das Rentenniveau von 67 Prozent der Nettolöhne nicht unterschritten werden. Diese Aussage führt aber all zu leicht in die Irre: Das Versorgungsniveau von 67 Prozent erreicht nur derjenige, der 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Das bedeutet in der Realität, dass bei einem Rentenalter von 65 die Beitragszahlung bereits mit 20 Jahren begonnen haben muss. Hier stellt sich die Frage, wie dies mit Schule, Ausbildung, Studium, Wehr- und Ersatzdienst noch zu erreichen ist. Zeiten der Arbeitslosigkeit können diese Rechnung auch beeinflussen. Viele Renten betragen deshalb bereits heute nur die Hälfte des Nettolohnes.
Warum ist eine zusätzliche Eigenvorsorge notwendig?
Ein Schlüsselbegriff in der Rentendiskussion ist die "Selbstverantwortete Vorsorge". Dies bedeutet, dass die private Abdeckung der Altersvorsorge durch jeden Bürger erwartet wird. Auch nach der Rentenreform wird das bisherige Rentenniveau nicht zu halten sein. Vielmehr wird ein großer Teil Verantwortung auf Sie übertragen. Die Private Rentenvorsorge soll freiwillig abgeschlossen werden und durch den Staat unterstützt werden.
Welche Formen der privaten Altersvorsorge werden vom Staat gefördert?
Es wurden 11 Kriterien von der Bundesregierung festgelegt, die Formen der privaten Altersvorsorge erfüllen müssen, damit diese staatlich gefördert werden. Hierzu zählen:
Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, wird eine Form der privaten Altersvorsorge staatlich anerkannt und gefördert. Eine Zertifizierungsstelle überprüft die Erfüllung der Kriterien. ASSTEL bietet eine bedarfsgerechte private Altersvorsorge, die die Vorgaben der Bundesregierung erfüllt.
Warum soll die zusätzliche Eigenvorsorge 4% des Bruttoentgelts betragen?
Bei dieser Vorgabe handelt es sich um einen Richtwert, der in der Rentendiskussion öfters genannt wurde. Es ist allerdings falsch zu glauben, dass man mit dieser Vorgabe ein Rezept gefunden hat, wie man die Rente retten kann. Der Bedarf an privater Vorsorge muss jeweils individuell nach Kapazitäten und Wünschen ermittelt werden. ASSTEL berät Sie gerne in Fragen der privaten Rentenversicherung.
Ist eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?
Viele Firmen haben bereits für ihre Mitarbeiter ein betriebliche Altersvorsorge eingerichtet. Dies vereinfacht besonders die Abwicklung der Versicherung, die dann direkt über das Gehalt bezahlt wird.
Wie werden Frauen durch die gesetzliche Rente abgesichert?
Durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen haben sich die eigenständigen Rentenanwartschaften von Frauen verbessert. Niedrige Renten von Frauen sind häufig das Ergebnis von Lücken im Erwerbsleben, die durch die Erziehung der Kinder notwendig waren. Hier sieht die Rentenreform eine verbesserte Absicherung der Frauen vor, doch bleibt auch hier eine große Versorgungslücke. Eine private Absicherung ist dringend erforderlich.
Wie werden sich die Rentenbeiträge entwickeln?
Die Bundesregierung prognostiziert, dass der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung nicht über 22 Prozent steigen wird. Dies wird von Experten bezweifelt, da die Gewerkschaften ein höheres Rentenniveau (67 Prozent) durchsetzen konnten. Daher ist zu erwarten, dass ein Defizit in der Rentenkasse entstehen wird, welches durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters ausgeglichen wird. Ob das uns die Rente ab 70 bescheren wird?
Was bedeutet die Rentenreform für den heutigen Rentner?
Die Renten der heutigen Ruheständler werden in Zukunft langsamer steigen als nach der geltenden Rentenformel. Ab 2011 werden neue und alte Rentner gleich behandelt. Die Steigerungen der Bruttolöhne werden dann an die Rentner mit einem Abschlag weitergegeben. Die Regierung musste von der bisherigen Planung Abstand nehmen, die heutigen Rentner bei der Reform außen vor zu lassen.
Wird die Rente versteuert werden?
Bei der gesetzlichen Rente ändert sich vorerst nichts. Es wird wie bisher der Ertragsanteil versteuert. Die anerkannte und geförderte private Altersvorsorge soll nachgelagert besteuert werden. Dies bedeutet, dass die Beiträge für die private Vorsorge steuerfrei sind, aber die ausgezahlte Rente versteuert werden soll. Es ist damit zu rechnen, dass dieses Prinzip auch auf die gesetzliche Rentenversicherung angewendet werden wird.
Betrifft die Rentenreform auch die Beamten?
Die Tarifparteien des öffentlich Dienstes haben sich Ende 2001 über eine grundlegende Reform der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes geeinigt. Damit wurde das bisherige Gesamtversorgungssystem rückwirkend zum 31.12.2000 geschlossen und durch ein "normales" Betriebsrentensystem ersetzt. Zum begünstigten Personenkreis gehören nun auch die meisten Beamten, die bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) versichert sind.
Was bedeutet die soziale Grundsicherung?
Die soziale Grundsicherung ist eine Variante der Sozialhilfe. Wenn ein Mensch von Altersarmut betroffen ist und sein Renteneinkommen unterhalb des Existenzminimums liegt, dann wird die Differenz zur Sozialhilfe aufgestockt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese Menschen nicht in Armut leben. Neu an der gesetzlichen Regelung ist, dass das Sozialamt die Kinder von Rentnern nicht zu Zahlungen verpflichten kann. Bei Sozialhilfeempfängern, die nicht Rentner sind, können die Kinder zu Zahlungen herangezogen werden.
Wie werden die Altersgrenzen angehoben?
Die Lebensarbeitszeit wird künftig länger, der Beginn der Altersrente wird hinausgeschoben. Für alle Altersrenten gilt dann als Grenze das 65. Lebensjahr, für Schwerbehinderte das 63. Lebensjahr. Unter bestimmten Voraussetzungen genießen Sie einen besonderen Vertrauensschutz. Die Anhebung der Altersgrenzen gilt dann für Sie nicht oder nicht in vollem Umfang. Wer von der Verschiebungen der Altersgrenzen betroffen ist, kann auch weiterhin früher in Rente gehen. Dann werden aber für jeden Monat der vorzeitigen Rente 0,3% auf Dauer abgezogen.
Wann kann ich eine Regelsaltersrente beziehen?
Eine Regelsaltersrente können Sie beziehen, wenn Sie
und
Auf die allgemeine Wartezeit werden angerechnet:
Welche Personengruppen werden gefördert?
Es werden diejenigen Personen gefördert, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Zu dieser Gruppe gehören:
Welche Personengruppen werden nicht gefördert?
Nicht zum Kreis der Begünstigten gehören im Wesentlichen: