Es geht chaotisch zu im Reform-Dschungel Deutschland - die Rentensteuer macht da keine Ausnahme. Die Beitragspflicht beeinflusst dabei die Vorteils-Nachteils-Kalkulation zur Rentenbesteuerung entscheidend, die Einzelheiten: Während auf die Gesetzliche Rente Sozialbeiträge fällig sind, gelten sie für Renten aus der privaten Altersvorsorge, etwa aus Lebensversicherungen, nicht. Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge sind zwar 'privat', aber dennoch beitragspflichtig.
Innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge waren Direktversicherungen früher beitragsfrei, jetzt sind sie beitragspflichtig. 'Private' Riester-Renten sind beitragsfrei, während Riester-Renten innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge wiederum beitragspflichtig sind. Alles klar?
Aller Verwirrung zum Trotz kristallisieren sich zwei Fragen heraus: Wen werden die Rentensteuern, die vom nächsten Jahr an gelten, benachteiligen? Was kann ein Arbeitnehmer tun, damit ihm die Reform der Rentenbesteuerung möglichst einen Gewinn bringt?
Die Gewinner: Gering- und Durchschnittsverdiener. Sie können sich über die Reform der Rentenbesteuerung freuen, letztere um so mehr, je jünger sie heute sind. Weniger erfreulich ist die Reform für diejenigen, die heute kurz vor ihrer Rente stehen. Von der Entlastung der Beiträge können sie nicht mehr profitieren, die steigenden Steuern auf ihre Rente jedoch müssen sie zahlen.
Die Verlierer: Gutverdiener. Sie werden – politisch gewollt – durch die Reform der Rentensteuer nichts gewinnen. Auch wenn sie proportional zur Höhe ihrer Altersvorsorge-Beiträge Steuern sparen können, so steigen die Steuern auf ihre Renten stärker an. Auch wird ihre Rente nicht nur durch die künftigen Steuern beschnitten, weitere 'Rentenfaktoren' und höhere Sozialabgaben lassen diese im Verhältnis zum letzten Arbeitseinkommen weiter schrumpfen.
Das Trostpflaster: Die künftige Steuerersparnis aus den Beitragszahlungen kann zum Ansparen einer Zusatzrente genutzt werden. Übersteigt diese Zusatzrente die künftige Rentensteuer, so kann die Reform dazu beitragen, die stetig wachsende Lücke zwischen Lohn und Rente zu verkleinern.
Auch Durchschnittsverdiener können auf diese Weise profitieren. Sie können Zusatzrenten erwirtschaften, welche die Steuerlast auf ihre künftigen Renten – im besten Falle um das Doppelte – übersteigen. Dabei erweist sich die Riester-Rente wegen der steuerlichen Förderung als besonders günstig.