Die Renten werden ab 2005 langsamer steigen als bisher und die Frührente wird 2009 auslaufen. Die Rentenreform soll den Anstieg des Rentenbeitrags in den nächsten 30 Jahren begrenzen und die Ausgaben der Rentenkassen eindämmen.
Renten steigen langsamer. Das neue Gesetz soll ab 2005 den jährlichen Zuwachs der Renten bremsen. Wichtigstes Stichwort ist der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor. Dieser koppelt die Entwicklung der gesetzlichen Rente an die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Möglichkeit, mit 60 oder 61 in Rente zu gehen, fällt ab 2009 gänzlich weg. Die drei Jahre Ausbildungszeit, die Abiturienten bisher auf ihre Rente anrechnen konnten, werden 2009 ebenfalls gestrichen.
Der Rentenbeitrag, der heute bei 19,5 Prozent des Bruttoeinkommens liegt, soll bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen. 2030 soll der Beitrag unter 22 Prozent liegen. Zwar steigen die Renten auch künftig, aber deutlich langsamer als Löhne und Gehälter.
Das Rentenniveau sinkt. Das Rentenniveau sinkt von heute knapp 52 Prozent des Bruttoverdienstes auf 46 Prozent im Jahr 2020 und 43 Prozent im Jahr 2030. Real wird das Rentenniveau allerdings noch niedriger liegen, weil die gesetzlichen Renten ab 2005 zusätzlich versteuert werden müssen.
Kritiker bezeichnen die Reform als "unzureichend". Bemängelt wird vor allem das Fehlen einer familienpolitischen Komponente. Gefordert wird hier ein Zuschuss zum Rentenbeitrag für Eltern in Höhe von 50 Euro pro Kind und Beitrag. Wie die rund sechs Mrd. Euro für diesen Zuschuss finanziert werden sollen, ist allerdings noch unklar.
Künftig soll die Entwicklung des Rentenniveaus und der Beiträge kontinuierlich überwacht werden. Die nächsten Einschnitte zeichnen sich bereits ab: Ab 2008 wird die Regierung eine Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 prüfen.