Riester-Rente: Kompliziert, aber lohnend

Woran liegt es eigentlich, dass von 30 Millionen arbeitenden Menschen in Deutschland bis zum Herbst 2003 nur knapp vier Millionen eine private, staatlich geförderte Zusatzrente abgeschlossen haben? Wer sich einmal durch den theoretischen Überbau eines Riester-Vertrages geackert hat, kann diese Diskrepanz verstehen. Obendrein muss man jedes Jahr eine Reihe von nahezu unverständlichen Formularen ausfüllen um sich den staatlichen Zuschuss erhalten zu können. „Riestern“ ist keine lustbetonte Angelegenheit.

Beispielrechnungen zeigen aber deutlich, dass sich die Riester-Rente für viele Bürger lohnen kann. So können sich nichtberufstätige Ehefrauen ihre Rentenansprüche ganz ohne eigene Zuzahlungen erhalten, wenn sie lediglich die staatliche Grund- und gegebenenfalls die Kinderzulage ansparen. Das beschert bei einem Jahresgehalt des Ehemannes von 45.000 Euro und einer Versicherungslaufzeit von 35 Jahren immerhin eine monatliche Rente von 157,94 Euro – inklusive Überschüsse.

Gerade für Arbeitnehmer in Betrieben kann „Riestern“ attraktiv sein – und es ist gar nicht so kompliziert. Mittels Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds lässt sich das Riester-Sparen in Unternehmen organisieren. Im Prinzip läuft die Sache so: Der Arbeitgeber bietet seinen Mitarbeitern einen Sparvertrag an; die Konditionen werden vorher mithilfe eines Finanzberaters oder einer zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelten Branchenofferte festgelegt. Der Mitarbeiter entscheidet dann, ob er sich seine Betriebsrente „klassisch“ oder zu den Bedingungen eines Riester-Vertrages sichern möchte.

Bietet ein Betrieb keine Riester-Rente an, so bedeutet das keineswegs, dass „Riestern“ unmöglich ist. Angestellte haben einen Rechtsanspruch darauf – egal, ob ihre Firma nun zwei oder 2.000 Beschäftigte hat.

 

Zurück zur Übersicht