Folgt man der Werbung, steckt die Power für den Tag wie der Geist in der Flasche. Die Rede ist von sauerstoffangereichertem Mineralwasser - angeblich ein Quell für körperliche Leistung und geistige Frische. Formel 1-Piloten und Fußballprofis löschen demonstrativ ihren Leistungssportlerdurst damit. Hält das O2-Wasser wirklich das, was es verspricht?
Die unermüdlichen Warentester haben da ihre Zweifel. Sechs sauerstoffangereicherte Wässerchen wurden unter die Lupe genommen und das Ergebnis fällt hart aus: Der Rummel um den neuen Powerstoff entpuppt sich als weitere Luftblase im See der Leistungsdrinks.
Die leistungssteigernden Effekte lassen sich wissenschaftlich, d.h. eindeutig wiederholbar, nicht nachweisen. Im Einzelfall mag es sein, dass die Herz-Kreislauffunktion durch den Genuss von "Oxyfit", "Vilsa Vital O2" oder "Oxygizer" verbessert wird; als Nachweis der Wirksamkeit reicht das aber nicht aus.
Bei der Verkostung waren sich die Tester einig: O2-Sprudel schmeckt zwar weicher, aber auch fader und hinterlässt mitunter ein pelziges Gefühl im Mundraum. Manche Wasser schmecken zudem nach Kunststoff. Sogar Acetylaldehyd, ein Abbauprodukt aus den Kunststoffflaschen wurde herausgeschmeckt. Das ist zwar nicht schädlich, tut dem Geschmack aber sicher keinen Gefallen. Auch die Kosten sind nicht wirklich verbraucherfreundlich: Ein Liter des Trendwassers kostet bis zu 4,55 Euro. Hier ist die Marke "Oxyfit" mit 0,65 Euro pro Liter am günstigsten. Mehrwegflaschen? Fehlanzeige. Immerhin regt der Gang zur Recyclingtonne den Kreislauf an.
Fazit: Viel Geld für ein geschmacklich und wirkungsspezifisch recht zweifelhaftes Produkt. Einfaches Leitungs- bzw. Mineralwasser oder ungesüßter Tee bringen den Stoffwechsel genauso gut in Gang.