Regelmäßig in die Sauna gehen, kann dem Frühjahrsblues vorbeugen. Müdigkeit, mangelnder Antrieb und Abgeschlagenheit haben in dieser Jahreszeit häufig etwas mit den stark schwankenden Temperaturen zu tun. Diese Temperatur-Wechsel sind eine Herausforderung für das Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem. Fleißiges Saunabaden trainiert die Fähigkeit, damit umzugehen.
Was passiert in der Sauna?
Während eines Saunaganges werden die Blutgefäße trainiert. Der Puls ruht nicht und kommt auf circa 120 Schläge pro Minute. Das Herz muss nun schneller schlagen, weil sich die Blutgefäße des Körpers durch die Hitze erweitern. Bei der anschließenden Abkühlung findet der umgekehrte Prozess statt: Die Blutgefäße ziehen sich wieder zusammen - etwa durch einen beherzten Sprung ins Kältebecken. Dadurch nimmt die Spannung der Gefäßwände zu. Das Hin und Her zwischen Erweiterung und Verengung der Blutgefäße hat den positiven Effekt, dass der Saunagänger besser mit Wetter- und Temperaturschwankungen zurecht kommt.
Die Hauttemperatur steigt bei der trockenen Hitze im Laufe eines 10- bis 15-minütigen Saunagangs auf etwa 42 Grad an. Bei dieser Körperhitze bilden sich weiße Blutkörperchen und Zytokine. Diese braucht der Körper, um beispielsweise Erkältungs- und Grippeviren bekämpfen zu können. Durch die Hitze gerät der Körper mächtig ins Schwitzen und verliert im Durchschnitt etwa 1,5 Liter Schweiß pro Saunagang. Dabei entsorgt der Körper Medikamentenrückstände, Koffein, Nikotin, Alkohol und Stoffwechselreste. Allerdings schwemmt er auch wichtige Salze, also Mineralstoffe und Spurenelemente, aus. Eine Saftschorle oder ein Gemüsesaft im Anschluss ersetzen diese jedoch schnell wieder.
Zu guter Letzt ist Saunen Balsam für die Seele, obwohl der Organismus durch den Kälteimpuls zunächst leicht gestresst ist. Der Kälteschock löst diesen Impuls im vegetativen Nervensystem und in verschiedenen Hormondrüsen aus. Doch der Körper steuert dagegen: Er schüttet vermehrt die glücklichmachenden Endorphine aus.
Nach dem Saunagang fühlen Sie sich also nicht nur gereinigt und gestärkt, sondern auch noch ein wenig beglückt – kein Platz also für den Frühjahrsblues.
Wer nicht zu den Sauna-Gängern gehört, kann sich auch gut mit Wechselduschen helfen. Wichtig: Immer mit kalten Wasser abschließen und dabei zum Herzen hin arbeiten.
03/2005