Eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) liefert neue Hinweise auf die Lebensqualität älterer Schmerzpatienten. Im Schnitt stehen ihnen neben der Schmerzerkrankung noch fünf weitere Diagnosen zur Auswahl. Ein durchschnittlicher Schmerzpatient nimmt sieben verschiedene Medikamente ein, und jeder zweite fühlt sich traurig und niedergeschlagen. Wer im Alter an chronischen Schmerzen leidet, hat zumeist eine Odyssee durch verschiedene Praxen hinter sich.
Vor allem durch Schonung der von Schmerz betroffenen Körperteile erhoffen sich die Betroffenen eine Linderung. Dies betonten die meisten der befragten 263 chronisch Schmerzkranken im Durchschnittsalter von 76 Jahren. Hier sehen viele Experten allerdings ein Problem, denn mittlerweile wird der aktiven körperlichen Betätigung eine große Bedeutung bei der Bekämpfung von Dauerschmerz zugeschrieben. Bei der Patientenaufklärung muss sich daher noch einiges ändern.
Ein weiteres Problemfeld stellt die Medikamenteneinnahme dar. Manche Patienten nehmen bis zu 19 Präparate ein - schon ab fünf Wirkstoffen werden Wechselwirkungen unüberschaubar. Viele der befragten Patienten leiden unter Nebenwirkungen, wobei Schwindel, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Verstopfung und Müdigkeit zu den häufigsten gehören. Eine sorgfältige Dokumentation der Nebenwirkungen tue hier Not, so die Schmerzforscher. Allerdings hinkt die Forschung deutlich hinterher: Über die Interaktion von Medikamenten ist noch viel zu wenig bekannt.
Im Wust der Rezepte verlieren viele ältere Patienten den Überblick und halten sich nicht an die ärztlichen Anweisungen. Ein Fünftel der Befragten setzt sich manchmal bewusst über die Anweisungen hinweg, teils aus Angst vor den Nebenwirkungen, teils weil sie sich gut fühlen. Aber auch alterspezifische Probleme führen zu Medikationspannen. Eine Reihe von Patienten klagt über Schwierigkeiten, Tablettenbehälter aufzuschrauben oder Tabletten durch eine Folie zu drücken.
Eine depressive Grundstimmung plagt viele Schmerzkranke, schon aus dem Grund, da durch die körperliche Beeinträchtigung viele Unternehmungen unmöglich werden. Allerdings bedeutet dies nicht Hoffnungslosigkeit. Bei entsprechenden spezifischen Therapieangeboten wächst die Hoffnung, dass der Schmerz sich in der Zukunft bessern wird. Vor allem Patienten der Schmerzkliniken zeigten diese Zuversicht.