Schulschwänzer-Alarm - "Blaumachen" als Volkssport

Deutschlands Kids haben offenbar immer öfter Wichtigeres zu tun, als dem Unterricht beizuwohnen. Statt in der Schule zu lernen, sitzen sie lieber im Café oder treiben sich in den Computer-Abteilungen der Kaufhäusern herum. Rund 100.000 Schüler schwänzen täglich den Unterricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Emnid-Instituts mit der Zeitschrift "Lisa".

Etwa 5 bis 10 Prozent der deutschen Schüler schwänzen die Schule. Fast drei Viertel davon sind im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Etwa 80 Prozent aller Schulschwänzer kommen aus Haupt- oder Sonderschulen. Aber auch Schüler aus Gymnasien und Realschulen machen immer häufiger blau.

62 Prozent der Deutschen sehen laut Umfrage Schulschwänzen nicht als Kavaliersdelikt an. Es wird befürchtet, dass die Kids auf dumme Gedanken kommen, wenn sie ihre Zeit derart sinnlos vertrödeln - und die Statistik bestätigt dies: Jeder dritte Schulschwänzer wird straffällig, während seine Kameraden die Schulbank drücken.

Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Wer ist schuld daran?
Rund 30 Prozent der Befragten sehen das Problem bei den Eltern, die sich einfach nicht genug um ihre Schützlinge kümmern. Etwa 26 Prozent führen Respektlosigkeit als kennzeichnendes Moment der heutigen Zeit an. Die Kids erkennen keine Autorität an und machen, was sie wollen. Aber auch langweiliger Unterricht oder Probleme mit Lehrern und Mitschülern wurden als Ursache für das Blaumachen genannt.

Wie soll mit Schulschwänzern umgegangen werden?
Immerhin 40 Prozent der Befragten halten rigorose Maßnahmen, wie das Auflesen der Kids durch die Polizei, für sinnvoll. Über 30 Prozent schlugen vor, die Eltern mit Bußgeldern zur Verantwortung ziehen. Aber auch weniger rigorose Methoden wie das Appellieren an die Einsicht der Jugendlichen, die Betreuung durch Sozialarbeiter und eine sinnvolle Freizeitgestaltung wurden vorgeschlagen.

Schulverweigerung entwickelt sich oft schleichend, achten Sie daher auf frühe Signale:

 

Ihr Kind weicht Schulthemen aus und erzählt nur wenig oder gar nichts über den Schulalltag.
Es hat keine Hausaufgaben mehr auf.
Es will morgens nicht zur Schule gehen.
Es ist schlecht gelaunt.

 

 

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind die Schule schwänzt, ist es wichtig, das Schulschwänzen nicht zu bagatellisieren. Thematisieren Sie das Problem, nehmen Sie die Argumente Ihres Kindes ernst und treffen Sie klare Abmachungen. Auch der Kontakt zur Schule ist wichtig, damit gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Ein Schul- oder Klassenwechsel kann unter Umständen hilfreich sein. Beratung und Unterstützung bieten Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Erziehungs- und Suchtberater. Hier geben die Jugendämter der jeweiligen Städte Auskunft.