Auch die moderne Generation der Kids und Teens muss einiges hinnehmen, was das Jungsein so mit sich bringt: Pickel, die erste Verliebtheit oder die ersten Handyschulden. Dass ausgerechnet Schwerhörigkeit nun auch dazugehört, mag zunächst verwundern. Aber angesichts diverser Geräuschquellen, denen sich junge Menschen nur all zu gerne aussetzen, ist diese Erkenntnis logisch: Wer jung ist, greift zum Walk- oder Discman bzw. MP3-Player, besucht Discos und Konzerte. Und für all das gilt ein Leitsatz: Es muss schallen, dass die Ohren glühen. Mediziner konstatieren nun eine Zunahme der Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen.
Denn der fortgesetzte Schallkonsum bleibt nicht ohne gesundheitliche Folgen. Der sonische Kick für Hirn und Bauch mag wieder abflauen, die hochempfindliche Struktur des Innenohrs jedoch nimmt lebenslangen Schaden. Droht uns jetzt eine Flut der Frühertaubten?
Doch wie vorgehen gegen jugendliche Unvernunft und Renitenz? Ein Verbot lauter Musik würde nur kontraproduktiv wirken. Experten der FH München haben daher etwas neues entwickelt: Eine interaktive CD für Kinder und Jugendliche soll über die Risiken des Lärms aufklären. Originelle Animationen zeigen, wie es im Ohr zugeht, wenn die Dezibelflut hereinbricht.
Sinnvollerweise feiert die schlaue Scheibe ihre Premiere zum "Tag des Lärms" im kommenden Jahr. Ab diesem Tag steht sie zum Download im Internet bereit. An der wissenschaftlichen Erfassung der Hörgewohnheiten wird bereits jetzt schon gearbeitet - von der Zielgruppe selbst: Schülergruppen an bayerischen Schulen haben die statistische Feldforschung übernommen.