Werden die Deutschen zu Südeuropäern?

 

Das extrem heiße und trockene Klima wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf die belebte und unbelebte Natur aus. Dass sich möglicherweise auch unser Lebensstil ändern wird, glauben Sozialpsychologen der Universität Magdeburg. Die Experten fürs Zwischenmenschliche sehen nördlich der Alpen eine "Siestamentalität" um sich greifen.

Schon jetzt reagieren die ersten Einzelhändler auf die Hitze und schließen ihren Laden während der größten Mittagshitze. Werden die nächsten Sommer ebenso afrikanisch, dann ist langfristig eine Arbeitsorganisation von Vorteil, die uns noch spanisch vorkommen wird: Arbeitsphasen von morgens bis mittags, gefolgt von einer langen Pause, in der man Siesta hält, um dann noch einmal vom späten Nachmittag an bis etwa 21 Uhr zu arbeiten. Tagesschausprecher ohne Jackett sind zudem ein Indiz dafür, dass sich auch berufliche Dresscodes hitzebedingt lockern werden.

Deutschland wandelt sich allmählich zu einer Region mit dem Zusatz "Air-conditioned": Der Einsatz von Klimaanlagen boomt seit rund zehn Jahren. Dadurch verändert sich auch der Stromverbrauch: Möglicherweise liegen die Spitzenwerte in Zukunft nicht mehr im Januar, sondern im August.

Der gestiegene Energieverbrauch wirkt sich zwangsläufig negativ auf die Natur aus - und beschleunigt den sich abzeichnenden Klimawandel. Wer seinen Haushalt stromsparend einrichtet und das Auto, wenn möglich, in der Garage lässt, leistet bereits jetzt einen wichtigen Beitrag für die Zukunft.