So machen Sie mehr aus Ihrer Rente

Grundsätzliches: Es genügt längst nicht mehr 100 Euro im Monat zurückzulegen. Auch die vier Prozent des Bruttoeinkommens, die die Riester-Rente vorsieht, sind meist zu niedrig. 'Riester-Sparen' allein reicht sowieso nicht aus. Vor allem die Jahrgänge 1950 bis 1965 sollten mindestens sechs Prozent, bei hohem Einkommen sogar mehr als zehn Prozent sparen.

 

Es gibt eine einfache Faustregel, mit der Sie selbst abschätzen können, wie viel Sie fürs Alter zurücklegen sollten: Versuchen Sie, für die private Altersvorsorge zehn Prozent Ihres Nettoeinkommens zu sparen. Ist mehr drin, umso besser.

 

Denken Sie auch darüber nach, wie Ihr Leben als Rentner aussehen soll. Wollen Sie viel verreisen, oder haben Sie ein teures Hobby? Je höher Ihre Ansprüche sind, desto mehr müssen Sie sparen.

 

Beginnen Sie zunächst mit Ihrem aktuellen Geldalltag, bevor Sie sich dem Investieren in Ihre Altersabsicherung widmen. Wichtig sind dabei folgende Fragen:

 

Stimmt Ihr Versicherungsschutz? Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung sind unverzichtbar. Sonstige Risiken, die Sie finanziell ruinieren könnten, sollten abgesichert sein. Kündigen Sie überflüssige Versicherungsverträge – lassen Sie sich aber vorher beraten, welchen Versicherungsschutz sich wirklich benötigen.

 

Haben Sie Kredite laufen? Dann konzentrieren Sie sich zunächst auf den Schuldenabbau. Die Zinsen, die Sie dafür zahlen, können Sie mit keiner Geldanlage erwirtschaften. Kreditzinsen sparen, ist auch eine Form des Vermögensaufbaus.

 

Jede Altersvorsorgestrategie ist nur so gut wie das Fundament, auf dem sie steht. Wenn Sie Ihre Vorsorgepläne in ein paar Jahren wieder aufgeben müssen, weil ein Ereignis eintritt, das Sie viel Geld kostet und an dessen Absicherung Sie nicht gedacht haben, haben Sie nicht viel gewonnen.

 

Leitlinien für eine erfolgreiche Altersvorsorge

  • Welche Vorsorgestrategie für Sie in Frage kommt, hängt entscheidend davon ab, welche Zeit Ihnen noch fürs Ansparen bis zum Rentenalter bleibt. Dabei gilt als Faustformel: Je kürzer der Anlagezeitraum, desto sicherer sollten die gewählten Produkte sein. Wer allerdings noch 30 Jahre Zeit bis zum voraussichtlichen Rentenbeginn hat, der kann durchaus auf risikoreichere Angebote – mit entsprechend höheren Ertragschancen – zurückgreifen.
  • Für Letztere gilt die Grundregel: Überdurchschnittliche Renditechancen können nur mit Abstrichen bei der Sicherheit erkauft werden.
  • Nur wenn Sie die konkreten Risiken einer Geldanlage abschätzen können, können Sie Ihre persönliche Risikobereitschaft ausloten. Von den drei klassischen Anlagekriterien Sicherheit, Verfügbarkeit und Rentabilität bzw. Verzinsung sollte vor einer Kapitalanlage zunächst einmal die Sicherheit geklärt werden. Nur dann lässt sich einschätzen, ob ein Angebot wirklich günstig ist.
  • Ob Aktien, festverzinsliche Anlagen, Mischvarianten oder Immobilien für Sie die richtige Strategie sind, hängt vor allem von Ihren Erfahrungen und Ihren persönlichen Zielen ab. Wichtig dabei: Wechseln Sie nicht zu oft die Strategie, denn jeder Umstieg kostet Geld.
  • Prüfen Sie in jedem Fall, ob eine Riester-Rente zu Ihnen passt. Wenn ja, ist sie ein gutes Investment.
  • Bei Standardangeboten zur Altersvorsorge, wie Sie gerne von Banken angeboten werden, handelt es sich meist um Anlagekonzepte, die Einmalzahlungen und/oder das Ansparen regelmäßiger Beträge in verschiedenen Kombinationen von Investmentfonds vorsehen. Solche Angebote der Vermögensverwaltung sehen in der Regel nur standardisierte Anlagemodelle vor. Hohe Mindesteinlagen erschweren hier oft den Einstieg. Es entstehen Verwaltungskosten: Beachten Sie daher immer auch die anfallenden Kosten.
  • Immobilien gehören zu jeder guten Altersvorsorge-Strategie. Es muss jedoch nicht unbedingt das eigene Haus sein. Möglich ist auch der Kauf von Anteilen an offenen Immobilienfonds oder die Beteiligung an einer Wohnungsgenossenschaft.

Lassen Sie Ihr Geld grundsätzlich von kurzfristige in langfristige Anlageformen fließen und stecken Sie Ihr Geld nie in nur eine einzige Anlage. Risikostreuung lautet das Zauberwort. Entwickeln Sie Ihr persönliches Anlageprofil und lassen Sie sich dabei auch nicht durch kurzlebige Trends von Ihrem Weg abbringen. Seien Sie kritisch und stellen Sie Ihre individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt.

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