Verkehrserziehung ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit der Kinder. Doch wenn Eltern mit ihren Kindern im Straßenverkehr üben, stoßen sie immer wieder auf Bedingungen, die nicht so sind, dass Kinder damit zurechtkommen können. Fahrbahnen sind zu breit, der Verkehr ist zu dicht, es wird zu schnell gefahren, gesicherte Überquerungsstellen und Fahrradwege fehlen.
Zum Schutz ihrer Kinder fordern Eltern daher, dass Gefahrenstellen und Mängel beseitigt werden. Hier gibt es Lösungen, die Einfluss auf das Verkehrsverhalten haben und die Sicherheit deutlich erhöhen: Aufpflasterungen, das sind leichte Anhebungen des Fahrbahnniveaus um 5 bis 10 cm, führen nachweislich zu einer langsameren Fahrweise.
Niedrige Geschwindigkeiten und besserer Sichtkontakt lassen sich auch durch verschwenkte Fahrbahnen erreichen. Diese sogenannten Versätze entstehen z.B. dadurch, dass das Parken abwechselnd auf nur einer Straßenseite erlaubt wird.
Mehr Sicherheit beim Überqueren bringen vor allem Mittelstreifen bzw. Mittelinseln, an denen Fußgänger kürzere Querungszeiten haben und jeweils nur eine Fahrtrichtung überblicken müssen.
Dort, wo bauliche Maßnahmen nicht möglich sind oder nicht ausreichen, empfiehlt sich der Einsatz von ortsfesten Anlagen für Geschwindigkeitskontrollen. Da die Überwachungskamera im Wechsel zwischen verschiedenen Gefahrenstellen eingesetzt wird, lassen sich mit einer Kamera bis zu 15 festinstallierte Standorte betreiben. Dabei sorgt jeder Messplatz im Umkreis von 500 m für die Einhaltung der Geschwindigkeit, auch wenn die Kamera an einer anderen Stelle ist.
Manche Lösungen, die auch von Planern oft vorgeschlagen werden, bringen hingegen gar keinen Sicherheitsgewinn:
Begrünungen, Baumreihen oder Baumtore können zwar gestalterisch interessant sein, tragen aber allein nicht zu aufmerksamerem Fahren bei, führen also nicht zu mehr Sicherheit.
Ebenfalls unwirksam sind unterschiedliche Pflasterflächen oder verschiedenfarbige Bereiche auf der Fahrbahn.
Auch das bloße Aufstellen von Schildern bringt keine Verbesserung. Das gilt für Schilder mit Appellen wie z.B. "Langsam, den Kinder zuliebe", für das Verkehrszeichen "Achtung Kinder" und nicht zuletzt für die Tempo 30-Schilder.
In der Regel ist auch der Zebrastreifen, obwohl immer wieder gefordert, eine unwirksame Maßnahme, die sogar häufig zu mehr Gefahren statt zu mehr Sicherheit führt.
Vorsicht ist geboten bei vorgezogenen Bürgersteigen, auch Gehwegnasen genannt. Wenn diese nur den parkenden Fahrzeugen dienen, bringen sie nichts. Gehwegnasen haben also nur Sinn, wenn sie so weit vorgezogen sind, dass das Kind auf jeden Fall zu sehen ist. Meist wäre bei einer solchen Lösung aber auch eine Mittelinsel als die bessere Alternative machbar.
Neben der Unterscheidung nach unwirksamen und wirksamen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit ist immer auch zu überlegen, wo eine Lösung eingesetzt werden soll. Denn ob bestimmte Maßnahmen geeignet oder weniger geeignet sind, ist vor allem eine Frage der Straßenart. Je nach Aufgabe der Straße im gesamten Netz werden Verkehrsstraßen und Wohnstraßen unterschieden.
Während den Verkehrsstraßen die Verbindungsfunktion im Netz zukommt, sind Wohnstraßen dazu da, die Grundstücke erreichbar zu machen. Die unterschiedliche Verkehrsbedeutung und Verkehrsbelastung erfordern auch unterschiedliche Maßnahmen zur Sicherung der Wege von Kindern.
Quelle: GDV