Man nehme einen Bindfaden...
...und mache so viele Knoten hinein wie man Warzen auf der Haut trägt. Das ganze wirft man bei Vollmond aus dem Fenster. Drei Wochen später sind die lästigen Auswüchse auf der Haut garantiert verschwunden. Einzige Bedingung dieser Methode: Man muss ganz fest daran glauben. Alle, die von Warzen heimgesucht wurden und werden, kennen solche gutgemeinten wie skurrilen Rezepte.
Blickt man auf die teilweise rabiaten Methoden der Schulmedizin, so erscheinen die seltsamen Rituale im Mondschein zumindest einen Versuch wert. Der Chirurg geht den Warzen schneidend, brennend, ätzend und sogar schockgefrierend (Kryotherapie) an den Kragen. Hier werden die Warzen mit flüssigem Stickstoff betupft. Was nach einer finalen Maßnahme klingen mag, führt bei 40 Prozent der Patienten zur Rückkehr der Warzen. Keiner dieser chirurgischen Eingriffe verspricht einen hundertprozentigen Erfolg.
Ein neues Verfahren entpuppt sich nun als äußerst erfolgreich. Zum einen verzichtet es auf jeden Hokuspokus, zum anderen ist es völlig harmlos. Das einzige, was man benötigt, ist Haushaltsklebeband.Die Warzen werden abgeklebt - und das war’s. Alle 6 Tage wird das Klebeband ausgetauscht und die betreffende Stelle gewaschen und geschrubbt. Nach spätestens zwei Monaten ist die lästige Warze weg - zumindest bei 85 Prozent einer Versuchgruppe.
Die Experten der Untersuchungsreihe vermuten die Selbstheilungskräfte des Körpers unter dem Klebeband am Werk. Letzteres verursacht eine Hautirritation und bringt das Immunsystem auf Trab. Punktgenau setzen die körpereigenen Heilkräfte an und machen der Warze den Garaus.