Arbeitszeit der Zukunft wird zur Zeitarbeit

Auf dem 8. Deutschen Trendtag in Hamburg prognostizierte der Managementtrainer Reinhard K. Sprenger die zukünftige Zeitorganisation im Erwerbsleben. Seine Voraussagen begannen durchaus positiv: Das neue Zeitmanagement in der Wirtschaft wird mehr Freiheit schaffen, um sich für das Zeit zu nehmen, was einem wichtig ist.

Doch wirkt sich der Wechsels von der Industrie- zur Informationsgesellschaft nicht nur positiv auf die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten aus: Es wird immer mehr gearbeitet werden müssen. Das staatlich geregelte Renteneintrittsalter sei schon heute nicht mehr zeitgemäß, so Sprenger, gewann aber auch dieser Analyse noch eine gute Seite ab: "Wer sich auf die Rente freut, macht ohnehin den falschen Job."

Der klassische "nine to five Job" wird in Zukunft nur noch selten ausgeübt werden. Ersetzt wird er durch Projektarbeit mit freier Zeiteinteilung. Langfristig bleiben nur noch die Hälfte der Arbeitsplätze feste Stellen, in denen doppelt so viel gearbeitet werden muss wie heute, aber auch das Dreifache bezahlt wird. Einfach ausgedrückt, lautet dieses Szenario so: "0,5 x 2 x 3".

Damit sollte der Arbeitnehmer der Zukunft sich von Begriffen wie "Karriereplanung" verabschieden. Wer qualifiziert ist, der sucht sich seine Aufträge nach Befähigung und Interesse aus. Arbeitgeber gehen dementsprechend nicht mehr von der Frage "Wer ist zuständig?" aus, sondern suchen bewusst den best Geeigneten.

Und so muss auch der Begriff der "Ausbildung" überdacht werden. Die Ausbildung der Zukunft muss weit offener sein und den Arbeitnehmer zu Selbständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstorganisation führen - Scheuklappendenken führt da zwangsläufig in die Beschäftigungslosigkeit.

Nicht nur PISA, sondern auch Trendspezialisten wie Sprenger fordern eine Verbesserung der Bildung in Deutschland, damit Deutschlands Nachwuchs zukunfts- und arbeitsfähig wird.